Common Ground
2020Identität
Ausgehend von der ikonischen Rückenfigur »Wanderer über dem Nebelmeer« von Caspar David Friedrich spannt die Ausstellung »Common Ground« in der Hamburger Kunsthalle einen Bogen durch 300 Jahre europäische Kunstgeschichte vom 17. bis ins 21. Jahrhundert. Der Rundgang ist dabei weder nach chronologischen noch nach formellen Kriterien geordnet. Stattdessen sind die Räume thematisch organisiert, es werden überraschende Verbindungen hergestellt und Malerei, Skulptur, Video und Installationskunst neu rekontextualisiert. Allen Werken gemein ist, dass sie durch eine Figur, eine Leerstelle, ihre Materialität oder durch die Einbeziehung des Betrachtenden diesen hineinlocken, einbeziehen, ausschließen, ihm ein Vorbild sind, an ihn appellieren, dessen Perspektive ändern, sie lenken oder ein Verhalten voraussetzen und provozieren. Es stellt sich die Frage: Was ist der gemeinsame Nenner / What is the common ground?
Basierend auf dieser Frage wurde eine Ausstellungsidentität entwickelt, die mit den auffälligen Farben Neon-Gelb und -Blau arbeitet. Diese Farben stiften zunächst Verwirrung, lassen beim Anschauen der Ausstellung aber nach und nach erkennen, wie die Werke miteinander verbunden sind – ein Licht (Gelb), das nach und nach die Dunkelheit (Blau) erleuchtet. Werkschilder mit händischen Illustrationen und der Hausschrift, gepaart mit einer eleganten und serifenlosen Schrift, die ihre Inspiration in klassisch römischen Schriften und den Proportionen des Goldenen Schnitts findet, symbolisieren – wie die Farben – Modernität, trotz des großen Zeitraums, aus dem die Ausstellung ihre Werke schöpft. Das Key Visual der Ausstellung ist der imaginäre Faden, der eine zentrale Rolle spielt. Er symbolisiert die Verbindung zwischen der betrachtenden Person und dem Kunstwerk und lenkt die Aufmerksamkeit auf den Raum dazwischen, der jedem die Freiheit gibt, die Kunst auf seine eigene Weise zu interpretieren.
Aufgabe: Ausstellungsidentität
Schrift: Optima + ITC Johnston